Sommelier

Der Beruf des Sommelier

Reiseleiter durch die Welt des Genusses.

Der Gast kommt als Fremder, und er geht als Freund. Wenn der Sommelier das am Ende des Abends sagen kann, dann hat er seinen Job richtig gemacht.

Ein Sommelier ist weit mehr als der Restaurantmitarbeiter, der die Weinflaschen entkorkt. Er begleitet seine Gäste durch den Mittag oder den Abend. Wie ein Reiseleiter führt er sie dorthin, wo es besonders schön und spannend ist, erkennt ihre Bedürfnisse, erklärt, wo eine Erklärung gewünscht ist und schweigt dezent im Hintergrund, wenn dies angebracht ist.

Der Sommelier treibt den Genuss im Restaurant auf die Spitze, macht ein Essen zu einem echten Erlebnis. Er arbeitet eng mit der Küche zusammen, kennt die aktuellen Speisen und ihre Zubereitung. Dazu wählt er die optimalen Getränke aus, das muss nicht immer nur Wein sein. Er kennt sich bei Bier, Spirituosen, Kaffee, Tee, Wasser, Saft und sogar Zigarren ebenso gut aus.

Was braucht es, um Sommelier zu sein?

Natürlich eine gute Nase. Die geschmacklichen Nuancen von Wein und allen anderen Getränken sind ihm bestens vertraut. So kann er Essen und Wein perfekt zusammenbringen.

Er kennt sich in der Welt aus. Er weiß über die Herstellung von Portwein ebenso charmant zu plaudern wie über die Rebsortenzusammensetzung in einem Châteauneuf-du-Pape.

Aber das ist nicht alles. Ein Sommelier hat dieses gewisse Etwas … Er erkennt Wünsche seiner Gäste, bevor diese sie aussprechen. Er behandelt jeden Gast so, wie er es mit seinen Freunden tun würde. Er hat Freude daran, sein Wissen weiter zu geben und sich ständig fortzubilden.

Wenn die Gäste als Freunde gehen, ist der Sommelier eine echte Bereicherung für ein Restaurant.

Wie wird man Sommelier?

Ein Sommelier muss zunächst verstehen, wie ein Restaurant funktioniert, wie die Arbeitsabläufe sind. Deshalb macht man am besten zunächst eine Ausbildung zum Restaurantfachmann oder zur Restaurantfachfrau. Praktika in Restaurants mit gutem Weinsortiment im In- oder Ausland sind auch empfehlenswert. Im Anschluss empfiehlt sich die Weiterbildung zum Sommelier. Dafür gibt es in Deutschland und im Ausland verschiedene Möglichkeiten.

Begriffsdefinition

Gerade in der heutigen Zeit, in der sogenannte „Fach-Sommeliers“ an allen Ecken auftauchen, ist es umso wichtiger, den Begriff „Sommelier“ genauer zu definieren. Nicht jeder für sich, sondern international und anerkannt. In Zusammenarbeit mit dem Sommelier-Weltverband A.S.I. und der OIV, der internationalen Organisation für Rebe und Wein, ist diese Definition erstellt worden:

Ein Sommelier ist eine Fachkraft, die im Weinbau- und Önologie sowie Gastronomiesektor (Restaurants, Weinstuben), Weinkellereien und anderen Vertriebsstellen, in denen Getränke auf beruflich-fachlicher Ebene empfohlen und serviert werden tätig ist.
Sein Handlungsbereich ist der Weinservice in der Gastronomie oder im Weinhandel und die fachliche Beratung der Akteure des Weinsektors.um eine ansprechende Produktpräsentation und einen angemessenen Produktservice zu gewährleisten.
Der Sommelier muss eine berufsqualifizierende oder zertifizierte Ausbildung abgeschlossen haben, die der Rolle, der Definition und den Kompetenzen entspricht, die in vorliegender Resolution festgelegt sind.

Quelle: Resolution OIV-ECO 474-2014