Für die Meister der Zukunft

Das „Sommelier College“ fördert junge, talentierte, engagierte Sommelières und Sommeliers nach ihrer Ausbildung. Und zwar ganz bewusst nicht (nur) aus der Sterne-Gastronomie!

Ilka Seitner sitzt im Zug Richtung College-Einheit in Franken. Seit zwei Jahren ist sie eine der ca. 20 Teilnehmer:innen, die von der SU gefördert werden. „Nach meiner IHK-Ausbildung wurde ich darauf aufmerksam gemacht“, erzählt sie.

Die Bewerbung fast fertig geschrieben, gewann sie den Wettbewerb „Jeunes Sommeliers“, ausgelobt von der SU und „Chaîne des Rôtisseurs Deutschland“. Jurymitglieder (u.a. Peer F. Holm, Frank Kämmer MS) erkannten ihr Talent und ermutigten sie wiederum zur Bewerbung. Damals war sie noch Sommelière im Team von Stéphane Gass in der Schwarzwaldstube „Traube Tonbach“. „Ich wurde immer freigestellt für das College und bin sehr dankbar dafür.“

Gläserne Decke ade 


Seit Anfang 2023 verantwortet Stefanie Hehn MS die fachliche Leitung des Colleges: „Früher kamen die Teilnehmer meist aus prestigeträchtigen Häusern. Aber das finde ich gar nicht so wichtig. Wir fördern primär bei der persönlichen Weiterentwicklung. Das heißt, gerade Sommeliers aus kleinen Häusern, aus der zweiten Reihe, sind uns willkommen.“

Wichtig sei immer die erkennbare Eigeninitiative: Wer will sich wirklich weiterbilden? Stefanie ist selbst College-Absolventin (2008-2011). Damals war sie in der Burg Schwarzenstein tätig, machte gerade ein Praktikum im Weingut Rebholz und absolvierte ihren IHK-Kurs an Wochenenden in Koblenz. „Ich habe für‘s College drei Jahre gebraucht, aber wir lassen bis zu vier Jahre Zeit. Man muss an sechs Einheiten teilnehmen.“ Die Klasse ist also stets „fließend“.

Von Profis lernen

Eine Lerneinheit umfasst 2,5 Tage (Sonntagmittag-Montag-Dienstagmittag). Man trifft sich einmal im Frühjahr, einmal im Herbst; in Köln oder auch in anderen Städten/Regionen. Das College-Leitungsteam entwirft den Themenplan, in Absprache mit dem bzw. der Klassensprecher:in. Ilka: „Das Programm ist straff, mit Vor- und Nachbereitung.

Die Themen sind unglaublich vielseitig.“ Besonders inspirierend fand sie den Vortrag von Evangelos Pattas über autochthone griechische Rebsorten. Sowie die tiefgehende Schaumwein-Verkostung mit Marie-Luise Raumland (Degorgierdaten vergleichen, Blindverkosten von Sekten mit verschiedenen Verschlussarten). Außerdem kommen weitere Themen hinzu, wie Konfliktmanagement oder Rhetorik. Es schulen nicht nur Sommeliers, sondern auch Winzer, Coaches etc.

Mit dabei sind auch immer wieder „Schnupperer“ (Interessierte, die eine Bewerbung erwägen). Die College-Kosten sind überschaubar: Man muss SU-Mitglied sein (95 €/Jahr) und zahlt 250 €/Jahr plus An- und Abreise. Stefanie: „Die Unkosten sind deutlich höher. Aber Workshops, Übernachtungen, Essen finanziert die SU, auch mit Hilfe fantastischer Partner.“

Netzwerk aufbauen

Stefanies Werdegang führte sie an den „Court of Master Sommeliers“ nach London, aktuell arbeitet sie als Chef-Sommelière im „The Fontenay“ Hamburg.

Ilka vertritt Ende Oktober Deutschland im ASI-Bootcamp (Association de la Sommellerie Internationale) in Ecuador. Das junge Netzwerk begleitet sie stets, auch via College-WhatsApp-Gruppe: „Ich kann jederzeit um Rat fragen: Wer weiß das?“ Freundschaften, das Zusammenwachsen über die „gemeinsame Leidenschaft“ prägen sie bereits jetzt. Sicher für immer.

v.l.n.r. Cheforganisator Philipp Künemund, Präsidentin Yvonne Heistermann, Co-Organisatorin Annette Schwarz, College-Leiterin Stefanie Hehn, Co-Trainer Marc Almert.

Bewerbung jederzeit möglich!

Für Absolventen/Noch-Teilnehmer einer IHK- oder vergleichbaren Sommelier-Ausbildung, auch Quereinsteiger:innen aus Restaurant/Weinfachhandel etc.

Lebenslauf und Motivationsanschreiben an die Geschäftsstelle info@sommelier-union.de.

Bei Fragen wende Dich an info@sommelier-union.de.